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Saisonauftakt - Impressionen
 Geduld mein Herz (c) Andreas Wagner,
Geduld mein Herz (c) Andreas Wagner
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Saisonauftakt 2021 - Impressionen

URAUFFÜHRUNG zum Saisonauftakt 2021

Geduld, mein Herz!
Opernprojekt zwischen barockem und zeitgenössischem Songwriting

Johannes Reichert (Countertenor, Künstlerische Leitung, Inszenierung) // Vera Mohrs (Songwriting, Arrangements, Gesang & Tasten) // Susanne Hörburger (Dramaturgie, Inszenierung) // Andreas Wagner (Bühne, Kostüm, Licht, Inszenierung) // Annika Vogl (Sopran) // Andreas Nachtsheim (Lauteninstrumente) // Sigrun Stephan (Cembalo) // Livia Wiersich (Barockvioline) // Tina Groth (Viola da Gamba)

„Einsamkeit, du Qual der Herzen, du verdirbst mir alle Lust!“

Johann Philipp Krieger – dieser Name sagt uns heute, selbst in Musikerkreisen, kaum noch etwas. Dabei gehörte der gebürtige Nürnberger zu Lebzeiten (1649-1725) zu den bekanntesten Komponisten, war einer der schillerndsten Opern-Komponisten des frühbarocken Deutschlands.
Vielleicht trägt der Umstand, dass seine geistliche und instrumentale Musik zwar erhalten, jedoch sein riesiges Opernschaffen, in deutscher Sprache, mit über 30 Werken komplett verschollen ist, zu dem Rätselraten um seine Person und sein Werk bei. Seine Opern müssen jedenfalls so erfolgreich und populär gewesen sein, dass Krieger aus seinen Opern Arien-Sammlungen auskoppelte und für den Hausgebrauch neu herausgab. Diese „Songbücher“ wertete er durch Hinzunahme von weiteren Liedstrophen und Instrumentalteilen auf. Seinem Geschäftssinn ist es also zu verdanken, dass zumindest der Kern seiner Opern, viele der Arien, erhalten sind.
Nach Kriegers Tod hat sich bis heute noch niemand an die szenische Auseinandersetzung mit seinen Opern gewagt. Dem Ensemble um Johannes Reichert ist es zu verdanken, dass dieser Liederschatz nun nach 300 Jahren in neuem Gewand auf die Bühne zurückgeholt wird. Eine aufregend neue Verbindung zwischen der Barock- und Jetzt-Zeit entsteht, indem dem barocken Songwriter J. Ph. Krieger neue Liedkompositionen einer heutigen Kollegin in der Theatermusik, der Songwriterin Vera Mohrs an die Seite und entgegengesetzt werden.

Eine Produktion im Auftrag des Kulturforum Fürth

Wiederaufnahme geplant im Oktober 2022

 

Saisonauftakt 2020 - Impressionen

Performative Musikinszenierung SONO von Anna Steward

mit Lisa Eisenreich und Alina König Rannenberg

Uraufführung der Bühnenversion zum Saisonstart am 12. September 2020

>>mehr über die Performance hier<<

Reiben, rascheln, flüstern, Hände streicheln und waschen, Abstand halten, Masken tragen. Über die Distanz des Bildschirms hinweg Nähe schaffen, Geborgenheit erzeugen und Vertrauen bewirken auf die Überwindung dieses Paradoxons zielen Videoclips ab, die über vornehmlich akustische und visuelle Sinnesreize Wohlbefinden und Entspannung hervorrufen sollen. Das Projekt Sono befasst sich mit dem körperlichen Phänomen ASMR, das auf Youtube zum Trend geworden ist.
ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response) beschreibt ein kribbelndes Gefühl auf Kopfhaut, Nacken und oberer Wirbelsäule. Vor allem bestimmte Geräusche wie Händereiben, leises Kratzen von Fingernägeln oder Flüstern triggern ASMR, dem eine beruhigende Wirkung zugeschrieben wird.

Die Mischung aus Intimität und Anonymität, Eindringlichkeit und Entspanntheit, Nähe und Distanz macht den Rezipienten jedoch auch manipulierbar groß angelegte Werbekampagnen arbeiten daher inzwischen mit ASMR (z.B. Ikea und McDonalds).

In einer experimentellen Recherche werden die Mechanismen von ASMR mit den aktuellen Auswirkungen der zwischenmenschlichen Beschränkungen auf den alltäglichen Umgang verknüpft und zu einem Geflecht aus Stimmen und Operngesängen, Geräuschen und Tönen verdichtet.

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Im September 2018 feierte das Projekt "aufbäumen" als Saisonauftakt im Kulturforum seine erfolgreiche Urraufführung. „aufbäumen“ transformierte vor Ort gesammelte Eindrücke – Lichtstimmungen, Wind, Temperatur, Architektur, Klang und Zufall – in den Theaterraum. Objekte, Worte und Sounds aus der „Feldforschung“ wurden eingespeist. Zwei Körper in Bewegung, ein Kontrabass und ein Sounddesigner entwickelten daraus eine neue Schicht des Erlebens im Bühnenraum. Die Choreographie übersetzte, abstrahierte, reduzierte, vervielfältigte, hinterfragte, beleuchtete und verdichtete das vorher Gesehene.

"…Im Hintergrund eine große Vitrine, ebenfalls mit Hölzern bestückt, die plötzlich zum Aquarium wird, als von oben die Haare der Tänzerinnen (Barbara Bess und Francesca Imoda) herunterhängen wie langsam treibende Algen. Dazu ertönen Geräusche des Sounddesigners Lars Fischer, das Knarzen und Knallen von Hölzern, ein Knarren, ein Wind, eine Brandung...

…Wenn die beiden Tänzerinnen von oben auf die Hölzer treten, wirkt das schwerelos und seltsam verfremdet, als wateten sie durch Wasser. Das Holz wird später zur Grabbeigabe, zum stützenden Stab, zur Waffe und zum Joch, während Kontrabassist Alex Bayer das Holz in seiner veredelten Form bespielt mit einem Stück unbearbeiteten Holzes und die Tänzerinnen jede für sich ihr Leben erkunden."
Fürther Nachrichten

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